Steady
Sensorbasiertes System zur Therapieunterstützung
und zum Selbstmanagement von Depressionen

Institut für Angewandte Informatik (InfAI)

 

Das Institut für Angewandte Informatik (InfAI) besteht aus dem 2006 gegründeten Institut für Angewandte Informatik e.V. und der 2015 gegründeten 100%igen Tochter der InfAI Management GmbH. Das InfAI wurde zum Zweck der Förderung von Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten der Informatik und Wirtschaftsinformatik als eingetragener gemeinnütziger Verein gegründet. Seit 2008 ist das Institut ein anerkanntes An-Institut der Universität Leipzig und hat sich seither zu einem der größten und drittmittelstärksten Forschungsinstitute der Universität Leipzig entwickelt. Die über 110 Mitarbeiter des Instituts erwirtschaften jährlich einen Umsatz von über 4 Mio. Euro und arbeiten an nationalen und internationalen, innovativen Forschungs- und Industrieprojekten. Die InfAI Management GmbH übernimmt die Abwicklung der Transfer- und Wirtschafts-/Industrieprojekte des InfAI und betreibt darüber hinaus die Geschäftsstelle des InfAI. Sie wurde gegründet, um den Bereich der Forschung von dem Bereich des Transfers und der Industrie organisatorisch zu trennen. Diese Trennung ermöglicht neben dem gezielten Aufbau von Organisationstrukturen, die auf das jeweilige Betätigungsfeld ausgerichtet sind, das Management und die Übernahme von Haftungsrisiken, die in der Auftragsarbeit mit Partnern aus der Industrie zwangsläufig entstehen.

Der Fokus des InfAIs liegt auf den Bereichen Big Data/Smart Data, Logistik, Data Analytics, biomedizinische und technische Daten- und Prozessmodellierung, Energiewirtschaft und Dienstleistungsforschung. In diesen Bereichen arbeitet das InfAI zusammen mit namhaften Unternehmen, wie beispielsweise Siemens, Daimler, BMW, SAP, T-Systems, Heidelberger Druckmaschinen, Software AG, ERGO Versicherungen und Mercateo. Das InfAI versteht sich dabei als Transferinstitut und Innovationsmotor von Lösungen auf Basis von aktuellen IKT-Technologien. Diese werden im Rahmen von Forschungsprojekten oder als Auftragsforschung für verschiedene Zielbranchen erarbeitet und anschließend gemeinsam mit Unternehmen zur Produktreife geführt und damit nutzbar gemacht. Mit einer derart geschlossenen Wertschöpfungskette werden Innovationen für Unternehmen verwertbar und inhärente Forschungsrisiken handhabbar. Es ist das strategische Ziel des InfAI, diese Rolle weiter auszubauen.

InfAI erweitert stetig seine Forschungsaktivitäten, aktuell durch das Kompetenzzentrum Biomedical Data Science unter der Führung von Frau Prof. Dr.-Ing. Galina Ivanova. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung und Implementierung innovativer Technologien und Methoden an der Schnittstelle zwischen Medizintechnik, Informatik, Medizin und Psychologie, welche eine Diagnostik und Therapie verschiedener Erkrankungen ermöglichen bzw. verbessern. Das Kompetenzzentrum Biomedical Data Science widmet sich insbesondere der Entwicklung von neuen Verfahren zur Erforschung komplexer biomedizinischer Prozesse und Systeme. Dabei entstehen Algorithmen und analytische Pipelines, die nach einer entsprechenden softwaretechnischen Umsetzung in diversen diagnostischen, therapeutischen und Monitoring-Applikationen integriert werden können. Diese Wechselwirkung zwischen Grundlagen- und angewandter Informatikforschung bildet einen entscheidenden Mechanismus für innovative und zukunftsträchtige Konzepte und Lösungsansätze. Das Zentrum bietet Forschern, Anwendern in Kliniken und Praxen und der Industrie eine breite Palette von Kompetenzen, begonnen mit dem Studiendesign, über die Unterstützung bei der Datenerfassung und der Analyse von großen Datenmengen bis hin zur Entwicklung individualisierter Methodik und Software sowie der Erstellung von Demonstratoren und Prototypen, die in marktfähige Produkte überführt werden können. Ein ganz besonderer Schwerpunkt des Zentrums ist die Hirnforschung mit Kompetenzen im Bereich des multimodalen Neuroimagings, der multimodalen Datenfusion, der neuroinspirierten Signalanalyse von komplexen Netzwerken, der Visualisierung medizinischer Daten und deren breiter Anwendungen in den Fachgebieten Kognition, Neurologie, Psychologie und Psychiatrie sowie die Integration von mobilen Sensorgeräten, die in der Forschung und der medizinischen Versorgung zukünftig eine entscheidende Rolle übernehmen werden.

Offizielle Website des Kompetenzzentrums Biomedical Data Science

Offizielle Website des InfAI

Principal Investigator

Professor Dr.-Ing. Galina Ivanova

Frau Professor Ivanova studierte technischen Kybernetik und promovierte im Bereich der medizinischen Kybernetik und Bionik. Sie erhielt ihren Doktor in Medizintechnik und Informatik und arbeitete als Wissenschaftlerin und Lehrkraft an der technischen Universität Ilmenau wo sie die Forschungsgruppe "NeuroCybernetics" gründete und leitete. Sie forschte an der Humboldt-Universität zu Berlin, dem MGH/HST Martinos Center für Biomedical Imaging in Boston und am Leibnitz Institut in Göttingen. 2009 übernahm Frau Professor Ivanova die Position als Professorin für Signal und Informationsanalyse in den Neurowissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin.

Galina Ivanova besitzt über 20-jährige Erfahrung in der Entwicklung von Algorithmen für die Verarbeitung von Biosignalen, von medizinischen Bildern und weiteren biomedizinischen Daten und leitet die Arbeitsgruppe "Methoden" des VDE/DGBMT Fachausschusses "Biosignale". Sie war gemeinsam mit industriellen, medizinischen und psychologischen Partnern z.B. an der Entwicklung von Methoden für das Monitoring transplantierter Herzen, epileptischer EEG-Signale und der Untersuchung einer Vielzahl kognitiver und neurophysiologischer Daten beteiligt. Sie und ihre Gruppe haben die Konzepte und die ersten Prototype für ein individualisiertes und modulares Neurofeedbacksystem entwickelt, die mit dem Klee-Preis ausgezeichnet wurden und später als digitale Therapie von der Firma Eldith GmbH (jetzt Neurocon GmbH) übernommen wurden und als Produkt vertrieben werden.

Seit 2015 leitet Frau Professor Ivanova die Gruppe "Data Science" an der Universität Leipzig und ist Direktorin des Kompetenzzentrums "Biomedical Data Science" am Institut für Angewandte Informatik. Ihre aktuelle Forschung fokussiert vor allem die Bereiche biomedizinische Signalanalyse, Neuroimaging, multimodale Datenfusion und Mobile Health.